2. Preis (2.000 €): Marie-Andrée Pellerin „Blowrders“ (Video)
Das Video zeigt einen fiktiven Wetterbericht über die Wetterentwicklung in der marokkanischen Wüste. Die Meteorologin greift ein und verändert mit Reglern Windstärke, Windgeheul und Staubanteil.
„In enormer Verdichtung wird sichtbar gemacht, welche Veränderungen das Klima derzeit erlebt und wie der Mensch versucht einzugreifen und dennoch der eigentliche Verursacher ist. Der Klimawandel als Steuerungselement, das dem Menschen entgleitet.“
(Jurytext)
3. Preis (1.000 €): Philipp Appel, “Haus des Windes“
Ein Torbogen hält eine lange weiße Stoffbahn und ist dem Wind ausgesetzt. Man kann das „Haus des Windes“ begehen, wenn der Wind weht. Ohne Wind ist es zu.
„Bewegung und Stillstand in der sichtbaren Aktion des realen Windes, wie auch in den Gedanken eines Betrachters. Wenn der Wind sich dreht, wenn neue Perspektiven da sind, öffnen sich die Gedanken, öffnet sich das Haus in eine neue Richtung. Immer wenn Gedanken, der Wind da ist, ist ein Austausch vorhanden. Weht kein Wind, halten wir inne.“
(Jurytext)
Sonderpreis (1.000 €): kisa. Kirsten Sauer, „Aurora“
Drei fünfzig Meter lange, weiß glänzende Stoffbahnen sind in Dreiecken in die Landschaft gespannt und dem Wind und dem Licht ausgesetzt.
„In Form einer monumentalen Windplastik setzt die Arbeit in ständiger Veränderung von Licht, dessen Farbigkeit und Wind die Thematik der Ausstellung auf eindrucksvolle Weise um.“
(Jurytext)
Lobende Erwähnungen: Regina Carmona, „Small Fresh Bed“
Eine großes florales Ornament ist im Gras zu sehen. An den jeweiligen Blütenspitzen vier Heubetten mit duften Kräutern gefüllt.
„Der Gedanke „fresh“ wird in einem Naturraum kulturell riech- und spürbar gemacht: Erholungsort / Gedankenoase, die unmittelbar die Sinne erreicht, ohne vom Intellektualismus aufgehalten zu werden.“
(Jurytext)
Lobende Erwähnungen: Paul Pape, „Staubbilder“
Mit einer in eine Apparatur gespanntem Vlies fängt Paul Pape den Umgebungsstaub. Fertige Staubbilder zeigen den Staub anderer Landschaften.
„Die Ausstellungsumgebung „schafft“ ein individuelles Bild der Naturlandschaft. Pape bietet der Umgebungsluft eine Landefläche. Er ermöglicht die Entstehung eines individuellen, formal abstrakten „Abbildes“ der jeweiligen Naturlandschaft.“
(Jurytext)
Lobende Erwähnungen: Elke Wessel, „Hamaca“
Eine riesige schwarze Hängematte gehäkelt aus Videobändern und Magnetbändern aus einem Natoprojekt. In der Hängematte verschieden große Kugeln, ebenfalls umhäkelt.
„In einem Medium, das in vielen Kulturen verwendet wird – einer Hängematte, können vielschichtige Interpretationen gelesen werden. Streng Geheimgehaltenes führt Elke Wessel dem Licht zu und setzt es dem frischen Wind aus. Durch das nach außen bringen wird etwas Unheimliches zum Geheimnisvollen, das auf einer Hängematte platziert, vielschichtig interpretiert werden kann.“
(Jurytext)
