2. Preis: „2/ VAR 1/9“ von Christine Kruse

Von einer ganz anderen Seite kommt Christine Kruse mit 2/ VAR 1/9, die uns den Wandel ganz neu gedacht vor Augen führt. Mit jedem Schritt den man als Betrachter vor der Arbeit macht, überlagern sich gedruckte Worte, transformieren sich zu anderen Begriffen. Der Wandel findet „en passant“ statt. Die Idee, die Veränderung anhand von Sprache darzustellen ist nicht nur außergewöhnlich, sondern auch genau so lebendig wie die Sprache selber. Wer hat schon von „cyberhaft“ oder „Social error“ gehört? Die von der Künstlerin ausgewählten Begriffe sind Neue und Alte in gelungenen Bezügen. Die Arbeit macht in ihrer Kombinationsoffenheit Lust auf mehr. Unwillkürlich ertappt man sich beim Erdenken von eigenen Begriffen, vom Spaß daran und an der Faszination über die Wandelbarkeit der Sprachen.

Zugleich irritierend und faszinierend ist das am Diemelufer ausgestellte Objekt von Christine Kruse, das auf den ersten Blick ein Schild darstellt. Doch bei jedem Schritt, den man davor macht, überlagern sich die darauf gedruckten Worte. So stellt die Hamburger Künstlerin die Veränderung mittels Sprache dar – und zwar genauso lebendig wie die Sprache selbst: Worte wie „cyberhaft“ oder „social error“ verhaken sich im Kopf und stellen Bezüge zwischen Altbekanntem und Neuem her, die in ihrer Kombinationsoffenheit zum Weiterdenken anregen. Der zweite Platz ist mit 2.000 Euro dotiert.