1. Preis (geteilt): „Moving border“ von Kuesti Fraun

Irritierend ist das Video „Moving border“ von Kuesti Fraun. Ein kleines Stück Absperrband, als Sinnbild für eine Grenze, verändert, vom Wind vorangetrieben, immer wieder sein Erscheinungsbild. Was sich eben noch schlängelte, formt sich zu Körperlichem, zerfällt, überlappt sich, wird mit Füßen getreten. Welche Grenzen sind es, die da einfach so weggeweht werden sollen? Oder ist es der Weg aller Grenzen im Laufe der Zeit? Aktuelle politische Situationen tauchen vor dem geistigen Auge auf. Das Video vermittelt ein Gefühl der Machtlosigkeit, des Ausgeliefertseins. Erinnerungen an (selbst verschuldete) Wandel, über deren Auswirkungen man längst die Kontrolle verloren hat.

Es ist der scheinbar belanglose, jedoch faszinierende Tanz eines losgerissenen Stück Absperrbands: Der Düsseldorfer Produzent und Filmemacher Kuesti Fraun erzählt in seinem Video auf bildhaft-skulpturale Weise von Grenzen und deren Auflösung. Zu sehen ist ein kleines Stück Absperrband – Sinnbild für eine Grenze –, das vom Wind vorangetrieben wird und so immer wieder sein Erscheinungsbild verändert. Es schlängelt sich, nimmt Form an, fällt in sich zusammen und wird mit Füßen getreten. Das Video vermittelt ein Gefühl der Machtlosigkeit, aber zugleich auch Faszination. Es ist ein Stück Plastikmüll, das einen politischen Bezug herstellt zum selbst verschuldeten (Klima)Wandel, über dessen Auswirkungen die Kontrolle verloren wurde. Der zweite Platz ist mit 2.000 Euro dotiert.